Comic-Werkstatt zur Ausstellung »Die Simpsons«

Normalerweise leben meine Comic-Workshops davon, dass ich als Kursleiterin anwesend bin, Dinge erkläre, auf Fragen eingehe und die Teilnehmenden individuell begleite.

Bei der Comic-Werkstatt, die ich als Begleitprojekt zur Ausstellung »Die Simpsons – Gelber wird’s nicht!« im Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen entwickelt habe, war die Aufgabenstellung jedoch eine andere:

Beauftragt war eine Comic-Werkstatt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die vollständig ohne Betreuung funktioniert.

Ein Auftrag, bei dem ich mich als Kursleiterin im Grunde selbst überflüssig machen sollte.

Die eigentliche Herausforderung bestand deshalb weniger darin, Übungen zum Comiczeichnen zu entwickeln, sondern den gesamten Lernprozess so zu gestalten, dass er sich möglichst intuitiv erschließt. Besucher:innen sollten selbstständig ihren Weg durch die Werkstatt finden, ohne dabei überfordert zu werden. Unabhängig davon, ob sie zum ersten Mal einen Stift in die Hand nehmen oder bereits eigene Comics zeichnen.

Dafür entstand ein modulares Konzept aus kurzen Erklärvideos, großformatigen Arbeitsblättern und einer räumlichen Dramaturgie, die sich gegenseitig ergänzen. Die Videos vermitteln die Grundlagen des Comiczeichnens. Vom Character Design über Mimik, Körpersprache und Perspektive bis zum Storytelling und Panelaufbau. Die dazugehörigen Arbeitsblätter greifen diese Inhalte unmittelbar auf und laden dazu ein, das Gesehene direkt auszuprobieren.

Um unterschiedlichen Erfahrungsständen gerecht zu werden, wurden alle Übungen in zwei Varianten entwickelt: Basis und Profi. Begleitet werden die Besucher:innen dabei von den beiden Comicfiguren Sunny und Blue. Während Sunny vor allem Mut macht, einfach anzufangen, richtet sich Blue an alle, die tiefer in das Erzählen und Zeichnen einsteigen möchten.

Ein wichtiger Gedanke des Konzepts war außerdem, möglichst viele Hürden abzubauen. Die Arbeitsblätter arbeiten mit einfachen, klar formulierten Aufgaben und führen Schritt für Schritt zum eigenen Comic. Gleichzeitig bleibt genügend Raum für eigene Ideen, unterschiedliche Zeichenstile und individuelle Geschichten.

Besonders schön finde ich den Gedanken, dass jede Besucherin und jeder Besucher die entstandenen Zeichnungen mit nach Hause nimmt. Die Comic-Werkstatt endet also nicht mit dem Museumsbesuch. Sie kann der Anfang einer eigenen Geschichte sein.